· Pressemitteilung

Welt-Erste-Hilfe-Tag: BRK appelliert an Bevölkerung – Erste Hilfe und Selbstschutz gehören heute zusammen

Das Bayerische Rote Kreuz fordert anlässlich des Welt-Erste-Hilfe-Tages die Bevölkerung auf, ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen und sich mit Selbstschutz zu beschäftigen.

Angesichts steigender Risiken durch Extremwetter und kritische Infrastrukturausfälle sind praktische Fähigkeiten zur Selbst- und Fremdhilfe unerlässlich. Kostenfreie Kurse vermitteln nicht nur Erste Hilfe, sondern bereiten auch auf außergewöhnliche Situationen vor.

Anlässlich des Welt-Erste-Hilfe-Tages am 12. September ruft das Bayerische Rote Kreuz (BRK) die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ihre Kenntnisse in Erster Hilfe aufzufrischen und sich zugleich stärker mit der eigenen Vorsorge für außergewöhnliche Notlagen auseinanderzusetzen. Angesichts einer veränderten sicherheitspolitischen Lage in Europa, zunehmender Extremwetterereignisse und grundsätzlich nicht auszuschließender Ausfälle kritischer Infrastruktur gewinnt die Fähigkeit zur Selbst- und Fremdhilfe nach Einschätzung des BRK erheblich an Bedeutung.

Mit dem Kursangebot „Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten“ (EHSH) vermittelt das Rote Kreuz deshalb nicht nur klassische Erste-Hilfe-Kenntnisse, sondern bereitet Menschen auch darauf vor, in außergewöhnlichen Situationen handlungsfähig zu bleiben – insbesondere dann, wenn professionelle Hilfe nicht sofort oder nicht im gewohnten Umfang zur Verfügung stehen kann. Die Kurse sind für die Bevölkerung kostenfrei.

BRK-Präsident Hans-Michael Weisky erklärt: „Erste Hilfe ist eine Fähigkeit fürs Leben – und sie ist heute wichtiger denn je. Wir erleben eine Zeit, in der wir uns darauf einstellen müssen, dass staatliche und professionelle Hilfesysteme bei größeren Schadenslagen zeitweise stark gefordert sein können. Dann zählt, was jede und jeder Einzelne selbst kann. Wer vorbereitet ist, schützt nicht nur sich selbst und seine Familie, sondern kann auch seinen Nachbarn und Mitmenschen helfen.“

Die aktuelle geopolitische Lage habe das Bewusstsein dafür geschärft, dass Bevölkerungsschutz nicht allein Aufgabe von Behörden und Hilfsorganisationen sein könne. Entscheidend sei eine Gesellschaft, in der möglichst viele Menschen wissen, wie sie sich in Krisen verhalten, Verletzte versorgen und die Zeit bis zum Eintreffen professioneller Einsatzkräfte überbrücken können.

„Angst ist ein schlechter Berater – wir wollen Menschen vielmehr handlungsfähig machen. Vorbereitung schafft Sicherheit. Wer weiß, was im Notfall zu tun ist, gerät weniger schnell in Hilflosigkeit und kann Verantwortung übernehmen. Deshalb gehört für uns heute zur Ersten Hilfe auch der Selbstschutz“, so Weisky.

Großflächige Stromausfälle, schwere Unwetter, Hochwasser, länger andauernde Versorgungsausfälle oder andere außergewöhnliche Schadenslagen können dazu führen, dass Hilfsorganisationen gleichzeitig an vielen Orten benötigt werden. Auch Anforderungen des Zivil- und Bevölkerungsschutzes rücken angesichts der sicherheitspolitischen Entwicklung in Europa wieder stärker in den Fokus. Genau für solche Situationen sollen die Kurse „Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten“ die Bevölkerung stärken. Ziel ist es, praktische Fähigkeiten zur Selbst- und Fremdhilfe zu vermitteln und Menschen in die Lage zu versetzen, auch unter erschwerten Bedingungen richtig zu reagieren.

Weisky appelliert deshalb an die Menschen in Bayern, sich nicht erst dann mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, wenn eine Krise bereits eingetreten ist: „Ein funktionierender Bevölkerungsschutz braucht leistungsfähige Rettungsdienste, Katastrophenschutzeinheiten und starke ehrenamtliche Strukturen. Aber er braucht ebenso Bürgerinnen und Bürger, die wissen, was zu tun ist. Resilienz beginnt nicht erst im Katastrophenfall – sie beginnt mit Vorbereitung und Wissen.“

Das Bayerische Rote Kreuz empfiehlt grundsätzlich, Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen. Das zusätzliche Angebot mit Selbstschutzinhalten richtet den Blick darüber hinaus auf Situationen, in denen die gewohnten Strukturen des Alltags vorübergehend nicht oder nur eingeschränkt funktionieren.

„Jeder Mensch, der einen solchen Kurs besucht, macht Bayern ein Stück krisenfester. Im Ernstfall können wenige Stunden Ausbildung einen entscheidenden Unterschied machen – für einen selbst, für die eigene Familie und möglicherweise für einen völlig fremden Menschen“, sagt Weisky.

Jetzt informieren und Kurs in der Nähe finden

Das Bayerische Rote Kreuz ruft die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, den Welt-Erste-Hilfe-Tag zum Anlass zu nehmen, die eigene Vorbereitung auf Notfälle zu überprüfen und einen Kurs mit Selbstschutzinhalten zu besuchen.

Die kostenlosen Kurse „Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten“ in der Nähe finden Interessierte unter: http://go.brk.de/ehsh