· Pressemitteilung

Landesgeschäftsstelle besetzt Rettungswagen zur Spitzenabdeckung

Die Grafik wurde mithilfe von KI modifiziert.

Wenn in einem Rettungsdienstbereich alle verfügbaren Rettungswagen im Einsatz sind und kurzfristig zusätzliche Kapazitäten benötigt werden, soll künftig die Landesgeschäftsstelle des Bayerischen Roten Kreuzes einspringen.

++ Update vom 2. April 2026: Hierbei handelte sich um einen Aprilscherz. ++

Mit Beginn des zweiten Quartals 2026 steht dort ein rund um die Uhr besetzter Rettungswagen zur Verfügung, der gezielt zur Abdeckung von Einsatzspitzen in München, Starnberg, Dachau, Fürstenfeldbruck, Freising, Erding und Pfaffenhofen a. d. Ilm alarmiert werden kann.

Ein Video zu dieser Neuerung findet Ihr unter dem nachfolgenden YouTube-Link: youtu.be/dIgfGVu9_BI

Erst Ende vergangenen Jahres ist die BRK-Landesgeschäftsstelle in die Bauernfeindstraße umgezogen. „Unser neuer Standort bietet sehr gute Voraussetzungen, um in mehreren Rettungsdienstbereichen im nordoberbayerischen Raum kurzfristig Unterstützung zu leisten“, sagt Landesgeschäftsführer Robert Augustin. „Damit werden wir unserer Rolle als Dienstleister für unsere Kreisverbände noch besser gerecht.“ Das neue Konzept sieht vor, dass die Landesgeschäftsstelle immer dann einen zusätzlichen Rettungswagen stellt, wenn vor Ort sämtliche regulären RTW im Einsatz gebunden sind und händeringend ein weiteres Fahrzeug benötigt wird.

Besetzt wird der Rettungswagen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den verschiedenen Abteilungen der BRK-Landesgeschäftsstelle, die über eine rettungsdienstliche Qualifikation als Rettungssanitäter oder Notfallsanitäter verfügen. „Das Rettungswagen-Team kommt nicht nur aus den Bereichen Rettungsdienst, Bereitschaften oder Wasserwacht, sondern aus ganz unterschiedlichen Teilen unseres Hauses“, erläutert Sebastian Lange, Abteilungsleiter Rettungsdienst. Auch Präsident Hans-Michael Weisky und Vizepräsident Andreas Hanna-Krahl sind rettungsdienstlich ausgebildet und wollen, sofern sie sich im Haus befinden, an dem Konzept teilnehmen.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Ausrückezeit: Innerhalb von 2,5 Minuten soll nach Alarmierung ein vollständig besetzter und abrückebereiter Rettungswagen zur Verfügung stehen. „Gerade bei Einsatzspitzen zählt jede Minute“, betont Augustin. Damit dieses ehrgeizige Ziel erreicht werden kann, wurden interne Abläufe in der Landesgeschäftsstelle umfassend angepasst. Mitarbeitende mit rettungsdienstlicher Qualifikation halten ihre persönliche Schutzausrüstung einsatzbereit vor, Dienstpläne wurden angepasst und Besprechungsformate organisatorisch auf die Möglichkeit einer kurzfristigen Unterbrechung vorbereitet.

In einem weiteren Bauabschnitt der Landesgeschäftsstelle ist darüber hinaus mit dem Vermieter, der Sozialservice-Gesellschaft des BRK, bereits vereinbart, eine Rutschstange vom 10. Obergeschoss bis in das Erdgeschoss zu implementieren. Dadurch erhofft sich Landesgeschäftsführer Augustin, die Ausrückezeit perspektivisch sogar auf unter eine Minute senken zu können. „Diese Zeit wird allerdings auch benötigt, um laufende Besprechungen geordnet zu beenden und den übrigen Teilnehmenden kurz zu erklären, weshalb man sich jetzt umziehen und unverzüglich davonrauschen muss“, so Augustin. Das gelte etwa für Tarifverhandlungen, Präsidiumssitzungen oder Mitarbeitergespräche.

Für besondere Lagen wird derzeit außerdem geprüft, ob im Alarmfall automatisch ein hausinterner Priorisierungsmodus aktiviert werden kann. In diesem würden Aufzüge vorrangig für Einsatzkräfte freigegeben, laufende Videokonferenzen mit einem standardisierten Hinweis auf einen rettungsdienstlichen Soforteinsatz beendet und nicht zeitkritische Verwaltungsvorgänge unmittelbar zurückgestellt. Ausgenommen hiervon bleiben nach aktuellem Planungsstand lediglich der Jahresabschluss.

Die künftige Fahrzeugbesatzung bringt dabei nicht nur rettungsdienstliche Qualifikation mit, sondern auch ein hohes Maß an Flexibilität. So kann es künftig vorkommen, dass ein laufender Jour fixe ebenso abrupt endet wie eine Sitzung oder ein Abstimmungsgespräch, weil sich zwei Mitarbeitende einsatzbereit machen müssen. Innerhalb der Landesgeschäftsstelle stößt das Konzept nach Angaben der Verantwortlichen dennoch auf breite Zustimmung. Viele Kolleginnen und Kollegen begrüßten die Möglichkeit, ihre rettungsdienstliche Erfahrung aktiv einzubringen und gleichzeitig in Übung zu bleiben.

Der zusätzliche Rettungswagen ist als Fahrzeug der UG-Rettungsdienst für eine flexible überregionale Unterstützung vorgesehen. Im Fokus steht ausdrücklich nicht die dauerhafte Übernahme regulärer Vorhaltung, sondern die kurzfristige Bereitstellung eines qualifizierten zusätzlichen Rettungsmittels dann, wenn es in einem Rettungsdienstbereich zu einer besonderen Belastungssituation kommt und schnell weitere Kapazitäten benötigt werden.

Zum Einsatz kommen soll das Fahrzeug unter dem Funkrufnamen „Rotkreuz Bayern 71/1“. Nach internen Angaben wurde dieser bewusst gewählt, um der überregionalen Aufgabe des Konzepts Rechnung zu tragen. Eine eigene Dienstkleidung für Verwaltungskräfte im sogenannten „Business-Rescue-Look“ befindet sich - gemeinsam mit der Handels- und Dienstleistungsgesellschaft des BRK  - derzeit noch in Prüfung.

Wenn sich das Modell des „Rotkreuz Bayern 71/1“ bewährt, ist perspektivisch auch ein weiterer Ausbau des Standorts denkbar. Geprüft werde unter anderem, ob künftig zusätzliche Konzepte zur flexiblen Einsatzunterstützung aus der Landesgeschäftsstelle heraus entwickelt werden können. Konkret denken wir dabei an ein Rettungseinsatzfahrzeug (REF) sowie an einen Rettungshubschrauber. Die baurechtliche Prüfung zur Errichtung eines Helikopterlandeplatzes auf dem Dach der Landesgeschäftsstelle wurde bereits eingeleitet. Dazu Augustin abschließend: „Von meinem Büro aufs Dach - das schaffe ich in 30 Sekunden.“