Zwei Tage lang beraten und diskutieren Jugendrotkreuzlerinnen und -rotkreuzler aus ganz Bayern über die zukünftige Ausrichtung ihres Jugendverbandes, aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen und insgesamt sieben Anträge. Auch Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler), die jugendpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Anna Rasehorn sowie die Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft, Landesentwicklung, Energie, Medien und Digitalisierung, Stephanie Schuhknecht (Bündnis 90/Die Grünen), werden an der Landesversammlung teilnehmen.
Im Vorfeld der Landesversammlung würdigte Staatsminister Fabian Mehring, MdL das Engagement junger Menschen im Jugendrotkreuz und betonte zugleich die Bedeutung digitaler Werkzeuge für moderne Verbandsarbeit: „Jugendrotkreuz heißt verdammt viel mehr als Pflaster aufzukleben. Im Nachwuchsverband unseres Bayerischen Roten Kreuzes wird erfolgreich die Brücke vom Mitfühlen zum Mitmachen geschlagen. Als Digitalminister gebe ich diesem vorbildlichen Engagement digitalen Rückenwind: mit modernen Werkzeugen, die Organisation erleichtern und junge Leute fürs Ehrenamt begeistern. Damit mehr Zeit für das Wesentliche bleibt: füreinander da zu sein und gemeinsam Zukunft zu gestalten.“
Während in Deutschland und Europa über Altersgrenzen und Verbote für soziale Medien diskutiert wird, bezieht das Bayerische Jugendrotkreuz (JRK) Position. Der Antrag „Medienkompetenz statt Verbote“, eingebracht von der Landesleitung, setzt stattdessen auf Medienbildung, eine stärkere Regulierung der Plattformbetreiber und bessere Unterstützung für Eltern, Schulen und Jugendarbeit. Junge Menschen sollen nicht pauschal aus digitalen Räumen ausgeschlossen, sondern befähigt werden, sich dort selbstbestimmt, kritisch und sicher zu bewegen.
Die Beratung fällt in eine hochaktuelle politische Debatte. Erst in den vergangenen Tagen sind Forderungen aus Brüssel nach gesetzlichen Altersgrenzen für soziale Medien erneut in den Mittelpunkt gerückt.
„Kinder und Jugendliche müssen vor Cybermobbing, problematischen Inhalten und manipulativen Mechanismen digitaler Plattformen geschützt werden“, erklärt Marvin Kliem, Landesvorsitzender des Bayerischen Jugendrotkreuzes. „Ein pauschales Verbot greift aus unserer Sicht aber viel zu kurz. Wer junge Menschen nachhaltig schützen will, muss sie stärken: durch Medienkompetenz, wirksame Regulierung und verlässliche Begleitung.“
Digitale Teilhabe ist gesellschaftliche Teilhabe
Ein zweiter Antrag setzt noch grundsätzlicher an. Unter dem Titel „Digitale Teilhabe, Medienkompetenz und Schutz im Netz – für eine gerechte und sichere digitale Zukunft junger Menschen“ soll sich das Bayerische Jugendrotkreuz zu digitaler Gerechtigkeit, Medienkompetenz und dem Schutz junger Menschen im digitalen Raum bekennen.
Gefordert werden unter anderem ein verlässlicher Zugang zu digitaler Infrastruktur und technischen Geräten, mehr Medienkompetenz, bessere Unterstützung bei Cybermobbing, eine stärkere Verantwortung digitaler Plattformen und mehr digitale Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen.
„Digitale Teilhabe ist längst Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe“, so Kliem. „Deshalb dürfen wir die Debatte nicht auf die Frage reduzieren, was jungen Menschen verboten werden soll. Wir müssen vielmehr darüber sprechen, was sie brauchen, um sich sicher, informiert und selbstbestimmt in der digitalen Welt bewegen zu können.“
Jugendverbandsarbeit als gelebte Demokratie
Insgesamt stehen sieben Anträge auf der Landesversammlung zur Beratung. Die Diskussionen zeigen zugleich, was Jugendverbandsarbeit ausmacht: junge Menschen bringen eigene Themen ein, vertreten unterschiedliche Positionen, wägen Argumente ab und ringen gemeinsam um Lösungen.
„Gerade in politisch und gesellschaftlich herausfordernden Zeiten brauchen wir Menschen, die sich einbringen, zuhören, widersprechen und Verantwortung übernehmen“, betont Kliem. „Wenn junge Menschen schon früh erleben, dass ihre Stimme zählt und dass Demokratie vom Mitmachen lebt, ist das unglaublich wertvoll. Dieses Engagement macht Hoffnung.“
Die Landesversammlung ist das zentrale demokratische Beschlussgremium des Bayerischen Jugendrotkreuzes. Neben den Antragsberatungen stehen Berichte, Workshops zu Reels, Videoschnitt und Grafikgestaltung sowie der Austausch zu aktuellen verbandlichen und gesellschaftlichen Themen auf dem Programm.
Die 25. JRK-Landesversammlung beginnt am Samstag, 19. September 2026, um 10:30 Uhr und endet am Sonntag, 20. September, gegen 12:30 Uhr in Augsburg.
Alle Anträge und Unterlagen zur Landesversammlung können hier eingesehen werden: https://lv.jrk-bayern.de/
Zudem kann die Landesversammlung per Live-Audiostream verfolgt werden: https://www.youtube.com/watch?v=2z0EpvdXShY (Datenschutzhinweis: Durch Klick auf den Link werden Sie weitergeleitet zu YouTube.)

