· Pressemitteilung

Feldversuch in Aschaffenburg: Europaweit einheitliches Kommunikationssystem im Praxistest

Rund 100 Einsatzkräfte und Experten aus zwölf europäischen Ländern haben heute im Park Schönbusch in Aschaffenburg ein zukunftsweisendes Breitbandsystem für die europaweit einheitliche Kommunikation aller Blaulichtorganisationen getestet. Bei einem groß angelegten Feldversuch unter Leitung des Forschungsteams der Landesgeschäftsstelle des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) wurde ein Waldbrand-Szenario simuliert, um die Zusammenarbeit internationaler Einsatzkräfte zu erproben.

Die Übung ist Teil des von der Europäischen Union geförderten Projekts „European Critical Communication System“ (EUCCS). Ziel ist der Aufbau eines europaweit einheitlichen Breitband-Kommunikationssystems für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Denn heute macht der sogenannte Digitalfunk an den Staatsgrenzen Halt, was die Kommunikation bei länderübergreifenden Einsätzen erschwert.

An der Übung beteiligten sich seitens des Bayerischen Roten Kreuzes Einheiten der Bereitschaften, der Bergwacht sowie der Wasserwacht - unter anderem aus dem BRK-Kreisverband Aschaffenburg. Das Szenario basiert auf einem großflächigen Waldbrand, der mit nationalen Einsatzkräften allein nicht mehr zu bewältigen ist. Internationale Unterstützung wird angefordert, während gleichzeitig Evakuierungen, Rettungen aus Gewässern und die Betreuung Betroffener organisiert werden müssen.

Viele Player, viele Wege, viel Abstimmungsbedarf. Die Koordination dieser Hilfe sowie die Kommunikation untereinander sind der Kern eines funktionierenden Katastrophen- und Bevölkerungsschutzes. Dafür braucht es ein einheitliches und leistungsfähiges Kommunikationssystem für alle beteiligte Einsatzorganisationen. Genau dieses System wurde beim Feldversuch getestet. 

Das System mit dem Namen EUCCS soll europaweit ausgerollt werden und mittelfristig den 2016 im bundesweiten Wirkbetrieb eingeführten Digitalfunk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) ablösen. Die zugehörigen Endgeräte ähneln Smartphones und ermöglichen Breitbandfunktionen wie Daten-, Bild- und Videoübertragung.

Uwe Kippnich, Leiter des Teams Forschung in der BRK-Landesgeschäftsstelle, erklärt: „Kommunikation ist das A und O im Einsatz, um unsere Bevölkerung bestmöglich zu schützen – besonders dann, wenn Einsatzkräfte aus verschiedenen Organisationen und Ländern zusammenarbeiten. Mit Blick auf zunehmende Katastrophenlagen brauchen wir ein einheitliches System in Europa, damit eine reibungslose, internationale Zusammenarbeit möglich wird.“

Die im Rahmen des Feldversuchs in Aschaffenburg erhobenen Ergebnisse werden nach Abschluss ausgewertet und fließen maßgeblich in die weitere Entwicklung des EUCCS Systems ein.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Webseite des EUCCS: https://euccs.eu/